ETCS/DSTW-Flächenrollout
Erstellung Objektbibliothek / BIM-Content für BSO und TSO
Gemäß EU-Verordnung 1315/2013 (TEN-VO) sollen die EU-Mitgliedstaaten alle EU-Kernnetzkorridore mit dem europäischen Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) bis 2030 ausrüsten. Die Erfüllung der EU-Vorgabe ermöglicht auch die Umsetzung der Zielstellungen für einen zukunftsfähigen Bahnbetrieb. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVD) hat in den Jahren 2016 bis 2018 die Umsetzbarkeit eines simultanen, bundesweiten Rollouts von ETCS und digitalen Stellwerken (DSTW) in netzbezirksweiser Rolloutlogik gutachterlich prüfen lassen.
Nach bestätigter Wirtschaftlichkeit und vor dem Hintergrund des Ziels der Bundesregierung, den Schienenverkehr deutlich zu stärken sowie der völkerrechtlichen Verpflichtung, die Kohlenstoffdioxidemissionen insbesondere im Verkehrssektor deutlich zu senken, haben sich BMVD und die Deutsche Bahn AG zur Umsetzung des empfohlenen industriellen ETCS/DSTW-Flächenrollouts entschieden. Dieser soll im Rahmen des Programms „Digitale Schiene Deutschland“ (DSD) umgesetzt werden.
Der Einstieg in den DSD-Flächenrollout erfolgt mit einem sogenannten DSD-Starterpaket. Das DSD-Starterpaket umfasst u. a. die ETCS/DSTW-Infrastrukturausrüstungen mit der Durchfahrbarkeit des transeuropäischen Korridors „Scandinavian-Mediterranean“ (Scan-Med).
Die Planung für die Netzbezirke ist grundsätzlich auf die Ausrüstung mit „ETCS Level 2 ohne Signale“ auszurichten.
Im Rahmen der Planung ist auf den Einsatz einer zukunftsfähigen, vollständig und durchgängig standardisierten Technik hinzuwirken. Die Planung des auszurüstenden Umfangs beinhaltet auch die Planung notwendiger Anpassungen an vorhandenen Stellwerken, Spurplänen, Telekommunikationsanlagen sowie die Anbindung an die Technikstandorte (TSO) und über 100 neuen Bedienstandorte (BSO) nach aktueller Betriebssteuerstrategie (BSS). Sofern in den Netzbezirken keine ETCS-kompatible Stellwerkstechnik vorhanden ist, soll diese durch entsprechende Stellwerkstechnik (vorzugsweise durch DSTW) ersetzt werden.
Bei den neu zu errichtenden DSTW mit BSO und TSO, wurden 18 Gebäudevarianten, mit jeweils gleichen Kubaturen identifiziert und als parametrische adaptive Revit-Vorlagen im Projekt modelliert. Ziel ist es, eine Vereinheitlichung der Wertschöpfungskette, bestehend aus Planung, Bauausführung und Betreiben zu erreichen. Dabei wurden für die Gewerke Architektur, Tragwerksplanung und Außenanlagen separate Vorlagen entwickelt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes lag auf der Entwicklung einer Bauteilbibliothek inkl. des Bedienplatztes (DiP).
Ein wichtiger Baustein der BIM-Methodik ist das Informationsmanagement. Zur Umsetzung dieser Anforderungen wurden spezifische LOIN BSO/TSO Vorgaben, unter Verwendung des Semantischen Objektmodells der DB InfraGO entwickelt. Alle BSO, TSO-Vorlagen und Bauteile wurden kollisionsfrei konstruiert und nach dem LOIN vorattribuiert, und liegen als native und IFC-Dateien vor.
Projektdaten
| Auftraggeber | DB InfraGO AG |
| Standort | Leipzig |
| Leistungen Schüßler-Plan Digital | • Lösungskonzept |